Max Fellbach

"Gott würfelt nicht!"
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Immer auf Achse…

Sven | 23. März 2010
Wenn die Erde bebt, gerät so manches in Bewegung. Nicht nur an der Erdoberfläche, im für den Menschen sichtbaren Bereich. Auch in der Erde gibt es ein Gedränge, wie auf einem orientalischen Basar. Dieses Drücken und Ziehen der Erdschollen aneinander führt gewöhnlich zu den oberhalb wahrgenommenen Bewegungen. Da aber die Verspannungen in der Erdkruste manchmal heftige Verschiebungen zur Folge haben, kann das weit gravierende nicht sichtbare Auswirkungen haben. Die Erdbeben in Chile der letzten Zeit haben mittlerweile zu einer Verschiebung der Erdachse geführt. An sich nicht weiter schlimm, das bemerkt ja auch keiner. Nichteinmal die daraus resultierende Verkürzung des Tagesablaufs um 1,26 Microsekunden nimmt der Durchschnittsmensch wahr. Was aber, wenn die Verschiebung größer wird? Geht meine Uhr dann noch richtig? Gerät womöglich das ganze Weltgefüge durcheinander?
Sicher ist eigentlich nichts! Das ist die Erkenntnis, die sich uns aus einer Meldung wie der “Chilean Quake May Have Shortened Earth Days” der Nasa vom 01.März geradezu aufdrängt. Haben wir doch immer geglaubt, dass es gewisse Naturkonstanten gibt, auf deren Unveränderbarkeit sich Mensch ein Leben lang verlassen kann. Nichts da! So einfach ist die Welt dann doch wieder nicht! Sonst würde Mensch ja auch längst die Weltformel kennen und könnte das Klima steuern. Was allerdings im ersten Moment wie eine bahnbrechende Erkenntnis wirkt, erscheint beim zweiten Hinsehen doch nur als eine Meldung, die einen Umstand beschreibt, der längst bekannt ist.
Denn dass die Erdachse sich ständig verschiebt und sich die Lage von Nord- und Südpol ständig verändern ist hinlänglich bekannt. Allein die Bewegungen der Wassermassen der Ozeane auf unserem blauen Planeten bewirken Verschiebungen der Erdachse um einige Meter pro Jahr. Dies geschieht gewöhnlich kontinuierlich und gleichmäßig in alle Richtungen. Die Erdachse ist also irgendwann wieder da, wo sie schon einmal war. Die Verschiebung nach dem Erdbeben in Chile war dagegen spontan. Trotzdem werden die ermittelten 8cm sicherlich nicht zu bemerkenswerten Änderungen im Wetter des kommenden Sommers führen.
Allerdings bleibt nicht auszuschließen, dass die Verschiebung der Erdachse weitreichende Auswirkungen haben kann. Eine Verschiebung der Erdachse kann die von der Erde absorbierte Energiemenge aus der Sonnenstrahlung beeinflussen. Und es macht sicherlich einen Unterschied, ob am Nordpol -40 Grad Celsius oder Temperaturen um den Gefrierpunkt des Wassers herrschen. Inwieweit aber die Verschiebung der Erdachse um nur ein paar Zentimeter diesen Effekt auslösen kann, werden auch die Wissenschaftler des IPCC nicht voraussagen können. Jedenfalls noch nicht!
Und einen Einfluss auf das Verhältnis zum Mond wird die Verlagerung des Erdschwerpunktes nicht haben. Denn von außen betrachtet hat sich die Erde nicht verändert. Sie ist immer noch genauso schwer, wie vorher. Der Schwerpunkt des Systems Erde-Mond bleibt gleich. Das Gleiche gilt auch für die Beziehung der Erde zur Sonne. Am Lauf des blauen Wasserballs um das Zentralgestirn verändert sich auch nichts. Denn ER lässt sich nicht so leicht ins Handwerk pfuschen. Denn eins ist sicher: Gott würfelt nicht!
Wenn doch jetzt aber jeder Tag um 1,26 Microsekunden kürzer ist als vor dem Erdbeben, wird doch das ganze Jahr um beinahe 460 Microsekunden kürzer. Das ist fast ein halbe Millisekunde! Im Sport kann eine halbe Millisekunde über Treppchen oder nicht entscheiden. Im Jahresverlauf ist der Einfluss eher nicht so gravierend. Aber in 2000 Jahren hat sich die Verkürzung im Tagesablauf auf eine Sekunde summiert! Dann werden wir wohl eine Kalenderreform brauchen!
Meine Armbanduhr ist mit ihrem mechanischen Uhrwerk von den 1,26 Microsekunden nicht beeindruckt. Aber viele Mitmenschen fühlen sich in letzter Zeit häufig so müde. Ob es an den verkürzten Tagen liegt? Oder vielleicht auch einfach nur daran, dass sie so selten zur Ruhe kommen, denn irgendwie sind sie immer auf Achse.
Kategorien
Wissenschaftlich
Tags
Gott, Klimawandel, Mensch, Natur

« Reise, Reise… Gottlieb, hilf! »

One Response to “Immer auf Achse…”

  1. Fellbach - Blog - 23 Mar 2010 sagt:
    23. März 2010 um 20:30

    [...] Max Fellbach » Immer auf Achse… [...]

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